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Dr. Oswald Hirmer, Bischof von Mthatha in Südafrika |
Nachruf in der Kath. Sonntagszeitung
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Oswald Hirmer, der frühere Bischof von Umtata in Südafrika, ist in der Nacht zum 5. März im Alter von 81 Jahren in Durban, Südafrika, verstorben. Der gebürtige Amberger stand von 1997 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 an der Spitze der rund 75 000 Katholiken seiner Diözese im ehemaligen südafrikanischen Homeland Transkei. Den Kontakt zu seiner Heimatpfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Amberg hat er trotz seiner jahrzehntelangen Tätigkeit in verschiedensten Erdteilen nie abreißen lassen. Zuletzt hatte er in Mariannhill bei Johannesburg gelebt. 1955 war Oswald Hirmer in Regensburg zum Priester geweiht worden. Nach seiner Kaplanszeit in Ruhmannsfelden entschied er sich 1957 wie die beiden Oberpfälzer Fritz Lobinger und Hubert Bucher für eine Tätigkeit in der Mission, zunächst im südafrikanischen Aliwal North, dann in Georgetown. Nach weiterführenden Studien in Deutschland und seiner Promotion an der Universität Münster über "Die Funktion des Laien in der katholischen Xhosa-Gemeinde" war er in den Jahren 1993 bis 1997 zusammen mit der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen für die Adaption des LUMKO-Programms an die asiatische Situation verantwortlich. Dabei passte er das von ihm und Bischof Lobinger entwickelte afrikanische Modell des Aufbaus kirchlicher Basisgemeinschaften an die asiatischen Verhältnisse an. Von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Umtata ernannt, empfing er am 28. Juni 1997 die Bischofsweihe. Für seinen Dienst in der Nachfolge der Apostel wählte er den Leitspruch "Ich bin mit euch", dessen Aktualität für Hirmer in seinem Leben für die Mission deutlich wird. Bischof Oswald Hirmer war zusammen mit Bischof Fritz Lobinger als der Erfinder des Bibel-Teilens einer der wichtigsten Förderer Kleiner Christlicher Gemeinschaften (KCG) weltweit. Die Kleinen Christlichen Gemeinschaften bilden im südlichen Afrika die Kirche vor Ort, wie es der Bischof einmal beschrieb. 1969 gründete er gemeinsam mit Lobinger das Lumko Missiological Institute, das Pastoralinstitut der Bischofskonferenzen für das südliche Afrika. Beide entwickelten ein Modell, welches das Lesen in der Heiligen Schrift, das Austauschen der Gedanken über das Wort Gottes, das gemeinsame Singen und Beten und den tatkräftigen Einsatz für den Nächsten in den Mittelpunkt stellt. Im Jahr 2008 hatte Oswald Hirmer an der römischen Bischofssynode zum Thema "Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche" teilgenommen. Die Ausführungen Papst Benedikts XVI. im nachsynodalen Schreiben "Verbum Domini" zur zentralen Stellung der Heiligen Schrift im Leben der Kirche wie zur Bedeutung kleiner christlicher Gemeinden erscheinen wie eine Würdigung und Zusammenfassung des Lebenswerkes von Oswald Hirmer: "Auf dieser Linie hat die Synode zu einem besonderen pastoralen Einsatz aufgefordert, um die zentrale Stellung des Wortes Gottes im kirchlichen Leben deutlich werden zu lassen, und empfohlen, die biblische Pastoral nicht neben anderen Formen der Pastoral, sondern als Seele der ganzen Pastoral zu fördern." Darüber hinaus sollte "in der Pastoralarbeit auch die Verbreitung kleiner Gemeinschaften begünstigt werden, die aus Familien bestehen, die entweder in den Pfarreien verwurzelt oder an die verschiedenen kirchlichen Bewegungen und neuen Gemeinschaften gebunden sind und in denen die Unterweisung, das Gebet und die Kenntnis der Bibel gemäß dem Glauben der Kirche gefördert werden". Bischof Gerhard Ludwig Müller wird am 18. März um 14.30 Uhr in der Amberger Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit ein Requiem für den Verstorbenen zelebrieren. pdr
Katholische SonntagsZeitung |