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Weihnachtsbrief 2004 von Bischof Dr. Oswald Hirmer, Mthatha |
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Frohe und herzliche Gottes Schutz und Segen
Meine lieben Verwandten und Freunde in der Heimat! Von Herzen wünsche ich euch allen viel Freude und inneres Glück zum Fest der Geburt unseres Herrn. Möge das Licht von Bethlehem Eueren Weg durch das neue Jahr 2005 erhellen und euch vor allem Unheil bewahren. Eben komme ich von einer Weihnachtsfeier von besonderer Art zurück. Ich will davon erzählen: In unserem "Heim der Mitsorge" (Nonkathalo) haben sich 30 Frauen versammelt. Alle sind elegant gekleidet. An der Decke hängen Kinderkleider von verschiedener Größe. Die Frauen kommen von den Elendsvierteln rings um Mthatha. Schwester Benedikta, eine Heilig-Kreuz-Schwester, hat sie angeleitet ihre schönen Kleider selbst zuzuscheiden und zu nähen. Auch die Kleider an der Decke wurden von ihnen genäht. Die Frauen, mit keinerlei Vorbildung, sind überglücklich. Der Bischof übergibt ihnen eine kleine Urkunde, dass sie den Nähkurs im Nonkatholo-Heim erfolgreich abgeschlossen haben. 110 Frauen stehen auf der Warteliste für das Jahr 2005. 35 Kinder, im Alter von 5-12 Jahren, sind von "Thembelihle", unserem "Haus der Hoffnung" gekommen. Es sind alle sexuell missbrauchte Kinder, viele von ihnen grausam geschändet. Sie singen und tanzen in der Runde. Wir können ihre neue Lebensfreude spüren, die wir ihnen im "Haus der Hoffnung" vermitteln können. Eine weitere Weihnachtsfeier ist ein Besuch in unserem "Betanien-Heim" für Aids-Babies, am Strassenrand aufgelesen. Sechzig Kleinstkinder krabbeln auf dem Boden herum, hängen sich mit Begeisterung an unsere Kleider und Hosen. Man muss sich in sie verlieben! Das ist unsere Weihnacht in Mthatha. "Ein Kind ist uns geboren", es sind deren viele, geboren mitten hinein in die Armut - geholfen von vielen liebenden Händen unserer Mission.
Liebe Verwandte und Freunde! Am Ostersonntag mussten wir Abschied nehmen von unserer geliebten Schwestet Ilse. Ich durfte bei ihrem Tod das Oster- Alleluia singen. Sie wird uns in der Diözese auch weiterhin kräftig zur Seite stehen. Kurznachrichten: 2004 durfte ich zwei junge Männer zu Priestern weihen. Pater Andreas Rosli (78) mussten wir begraben. Zwölf junge Männer bereiten sich auf das Priestertum vor. Im Februar 2005 werde ich, gemäß Kirchenrecht, meine Resignation einreichen. 75 Jahre! Ich freue mich schon auf die Feier des "Fünfzigsten" mit meinem Weihekurs im Juni nächster Jahres. Bitte: Unterstützung bräuchten wir dringend für unsere soziale Arbeit mit den Frauen in Nonkathalo und für unsere Priesterstudenten, die wir kaum mehr finanziell verkraften können. Ich grüße und segne Euch von Herzen.
Kto.-Nr: 53 111 57 66 (Diocese Mthatha) |