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Weihnachtsbrief 1998 von Bischof Dr. Oswald Hirmer, Mthatha |
Mthatha, Advent 1998
Liebe Freunde in der Heimat!Ich grüße Euch ganz herzlich aus Mthatha und segne Euch! Hoffentlich geht es euch so gut wie mir! Ich erfreue mich guter Gesundheit und komme gut zurecht mit meiner Arbeit als "Häuptling" in der Diözese Mthatha an der Ostküste Südafrikas.
Es ist der Stern von Betlehem, der uns die Richtung weist und uns mit unerschütterlicher Hoffnung erfüllt. Die Strahlen dieses Sternes reichen weit - sie treffen mit ihrem Licht alle Menschen unserer Diözese Mthatha - angefangen von der Küste des Indischen Ozeans - bis hinauf zu den Siedlungen in den Maluti Bergen. Das Licht des Sterns von Betlehem ist unerschöpflich.
Dies ist mein Weihnachtswunsch für Euch: Der Herr selber möge euch seine Herrlichkeit offenbaren und euch mit seinem Licht und seiner Freude erfüllen - inmitten einer Welt voller Unheil.
Bei uns ist jetzt Sommer. Wir hatten guten Regen und die Natur um unser Haus herum explodiert gleichsam mit Leben. Unsere Schwester Laurentia hat es fertig gebracht, unseren Garten in ein kleines Paradies zu verwandeln. Blumen und Rosen überall, neben Krautsköpfen, Bohnen und Spinat!
November ist auch die Zeit, in der die Jakaranda-Bäume blühen. Bevor die Blätter kommen verwandeln hellblaue Blüten das tote Geäst in riesige Blumensträuße. Ein Bild voller Anmut und Schönheit.
Diese blühenden Jakaranda-Bäume erinnern mich an unsere kleinen christlichen Gemeinschaften. Dort wo sie lebendig sind - wir das tote Gerüst der Kirche in Leben verwandelt!
Zum Beispiel, zwei große Pfarreien hatten dieses Jahr keinen Priester. Es waren die kleinen christlichen Gemeinschaften (Hauskirchen von Nachbarn), die das Leben der Kirche zum Erblühen brachten. Sie haben die wesentlichen Dienste der kirchlichen Gemeinschaft weitergeführt: Am Sonntag kamen sie zusammen, um Gott zu loben und sein Wort zu hören. Nur jeden zweiten Sonntag konnten wir einen Priester schicken, um mit ihnen Eucharistie zu feiern.
In den letzten zwei Jahren haben die zwanzig kleinen Gemeinschaften in der Pfarrei Marialinden über 300 Jugendliche und Erwachsene auf das Firmfest vorbereitet, das wir vor einigen Wochen mit großer Freude feiern konnten. Die Leiter der kleinen Gemeinschaften riefen ihre jeweiligen Kandidaten/innen einzeln mit Namen auf und stellten sie der Gemeinde vor. Bei der Vorbesprechung bemerkte ich, dass die wohl etwas lange dauern würde. Die Antwort war: "Das ist unser Firmfest - wir haben heute nichts anderes vor. Wir haben den ganzen Tag Zeit."
Die Pfarrei St. Andreas liegt hoch in den Bergen. Ich blieb dort eine ganze Woche, um die Leiter der Gemeinde, zusammen mit meinem Trainigsteam zu schulen und sie in ihre Dienste feierlich einzuführen. Die 15 kleinen Gemeinschaften steuerten zusammen, um einen Ochsen für das Fest zu kaufen.
Jetzt habe ich sie gebeten, Geld zu sammeln, um die Hütte zu reparieren, wo ich gewohnt habe. Als in der Nacht der Regen kam, musste ich drei Eimer aufstellen, um das Regenwasser zu sammeln, das durch das schadhafte Dach tropfte. Zur Vorsicht spannte ich auch meinen Regenschirm auf, um für alle Fälle gerüstet zu sein!
Mit einer "stillen, heiligen Nacht" ist es leider nicht weit her bei uns. Tag und Nacht brauchen wir einen Wachposten, um die Autodiebe und Einbrecher vom Bischofshaus abzuhalten. Wir danken Gott, wenn uns die Straßenräuber nicht mit vorgehaltener Pistole die Autoschlüssel abnehmen! Diese schlimmen Zeiten erinnern uns daran, wie notwendig wir unseren Erlöser brauchen, der mitten in unser Elend hineingeboren wurde!
Dies ist die frohe Botschaft, die wir verkünden dürfen:
Liebe Freunde! Ich danke Euch für Euer Gebet, Euere tatkräftige Hilfe und Euer Interesse an unserer Missionsarbeit in der Diözese Mthatha. Wir sind voller Freude, weil wir erleben dürfen, nicht allein gelassen zu sein. Der Herr ist bei uns - und Ihr!
Kto.-Nr: 53 111 57 66 (Diocese Mthatha)
b. Liga Bank, Regensburg, Germany (BLZ 750 903 00)