Er liebt diese Person nicht mehr, die er vor zehn Jahren liebte. Ich glaube es gern: sie ist nicht mehr die gleiche, und auch er nicht. Er war jung und sie auch; jetzt ist sie ganz anders. Er würde sie vielleicht noch lieben, so wie sie damals war.
Wenn ich mich zuweilen damit beschäftigt habe, die vielgestaltige Unrast der Menschen zu betrachten, die Gefahren und Mühsale, denen sie sich aussetzen ... woraus so viele Streitigkeiten, Leidenschaften, kühne und oft böse Unternehmungen entstehen, habe ich entdeckt, dass das ganze Unglück der Menschen aus einer einzigen Ursache kommt: nicht in Ruhe allein in ihrem Zimmer bleiben zu können. ...
Die Gegenwart ist nie unser Ziel: Die Vergangenheit und die Gegenwart sind unsere Mittel; die Zukunft allein ist unser Ziel. So leben wir nie, sondern wir hoffen zu leben, und während wir uns immer in Bereitschaft halten, glücklich zu sein, ist es unvermeidlich, dass wir es nie sind.
Das Einzige, was uns in unserem Elend tröstet, ist die Zerstreuung, aber gerade das ist unser größtes Unglück. Denn das hält uns hauptsächlich davon ab, an uns zu denken, und richtet uns zugrunde, ohne dass wir es merken. Sonst würde die Langeweile über uns kommen, und diese Langeweile würde uns dazu treiben, ein zuverlässiges Mittel zu suchen, um ihr zu entrinnen. Aber die Zerstreuung unterhält uns und treibt uns unmerklich dem Tode entgegen.
Die Stoiker sagen: Haltet Einkehr bei euch selbst, dort werdet ihr Ruhe finden. Und das ist nicht wahr.
Die Anderen sagen: Wendet euch nach außen, suchet das Glück, indem ihr euch zerstreut. Und das ist nicht wahr. Es kommen die Krankheiten.
Das Glück ist weder außer uns, noch in uns; es ist in Gott, und sowohl außer uns als auch in uns.
Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will es, dass wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.
Wenn der Mensch nicht für Gott geschaffen ist, warum ist er dann nur glücklich in Gott?
... Was offenbart uns nun diese Gier und diese Ohnmacht, wenn nicht dies, dass es einst im Menschen ein wahrhaftes Glück gegeben hat, von dem ihm jetzt nur ein Zeichen und eine ganz leere Spur verbleibt, die er sinnlos mit allem auszufüllen versucht, was ihm umgibt, indem er bei den abwesenden Dingen die Hilfe sucht, die er von den gegenwärtigen nicht erhält, die aber alle unfähig sind, ihm zu helfen, weil der unendliche Abgrund nur von einem unendlichen und unwandelbaren Gegenstand, das heißt von Gott selbst, ausgefüllt werden kann?
Er allein ist sein wahrhaftes Gut; es ist seltsam, dass es in der Natur - nachdem der Mensch Gott verlassen hat - nichts gibt, das nicht fähig gewesen wäre, an seine Stelle zu treten.
Das Elend überredet uns zu Verzweiflung; der Stolz überredet uns zur Anmaßung. Die Menschwerdung zeigt dem Menschen die Größe seines Elendes durch die Größe seines Heilmittels, das nötig war, (ihn zu erlösen).
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DAS MEMORIAL JAHR DER GNADE 1654 Montag, den 23. November, Tag des heiligen Klemens, Papst und Märtyrer, und anderer im Martyrologium. Vorabend des Tages des heiligen Chrysogonos, Märtyrer, und anderer. FEUER »Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs«, nicht der Philosophen und Gelehrten. Gott Jesu Christi Deum meum et Deum vestrum.
»Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich«. Jesus Christus! Ich habe mich von ihm getrennt, ich habe ihn geflohen, mich losgesagt von ihm, ihn gekreuzigt. Möge ich nie von ihm geschieden sein. usw. Vollkommene und liebevolle Unterwerfung unter Jesus Christus und meinen geistlichen Führer. Ewige Freude für einen Tag geistiger Übung auf Erden. |