MÜNSTER-ERHEBUNG
19.11.2025
Historischer Moment in Gotteszell
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erhebt die Pfarrkirche St. Anna zum Münster
Von Stefanie HaimerlEs war ein historischer Moment für die Pfarrgemeinde St. Anna, als der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am vergangenen Sonntag der Pfarrkirche in Gotteszell den Ehrentitel „Münster“ verliehen hat.
Vielerorts, besonders in Süddeutschland, wird der Titel heute als besondere Würdigung für historisch oder architektonisch bedeutende Kirchengebäude verliehen. Das Gotteszeller Gotteshaus erhält diese Auszeichnung wegen seiner langen Geschichte als ehemaliger Klosterort und seiner kunstvollen Ausstattung und Architektur.
An diesem Festtag hatten sich zahlreiche Vereinsabordnungen mit ihren Fahnen sowie Gläubige aus nah und fern in der Kirche eingefunden, sodass der Bischof mit einer großen Ministrantenschar und den mitfeiernden Seelsorgern – Pfarrer Tobias Magerl, Pater Christopher, Pfarrvikar Jude, Pfarrer Alexander Kohl aus Bodenmais und Gemeindereferentin Steffi Haimerl – in eine überfüllte Kirche einzog.
Im Gotteshaus hatten sich auch einige Vertretung des politischen Lebens eingefunden. So freute es das Pastoralteam sehr, dass auch Regens Landrat Ronny Raith, der stellvertretende Landrat aus Deggendorf, Eugen Gegenfurtner, sowie die Bürgermeister aus Gotteszell, Zachenberg und Achslach, Georg Fleischmann, Hans Dachs und Gabi Wittenzellner, gekommen waren. Unter das Kirchenvolk mischte sich auch Staatsminister a.D. Helmut Brunner.
Beim hinteren rechten Seitenaltar, welcher die Vermählung Mariens zeigt, wurde eine Statio eingelegt. Der Altar war zum festlichen Anlass mit dem originalen Gnadenbild der Heiligen Anna geschmückt, welches jahrzehntelang im Pfarrhaus unter Verschluss gehalten worden war. Dort sprach Bischof Voderholzer das feierliche Gebet anlässlich der Erhebung zum Münster: „... Dieses Gotteshaus, das aus dem Zisterzienserkloster von 1285 hervorging und seit dem 14. Jahrhundert als dreischiffige Basilika besteht, ist ein sichtbares Zeichen des Glaubens, der Liturgie und der Gottesverehrung. Segne alle, die hier zum Gottesdienst zusammenkommen, die Musiker, Sänger, Priester und Gläubigen, und lass die Kunstwerke der Gebrüder Asam, das Gnadenbild der heiligen Anna und die Orgel der Firma Jann Zeugnis geben von der Schönheit und Tiefe des Glaubens. Möge dieses Münster ein Ort der Begegnung mit Dir, der Anbetung, der Freude am Glauben und des geistlichen Lebens für die Menschen von Gotteszell und der ganzen Region sein. ...“ Anschließend verlas der Bischof das Erhebungsdekret zum Münster und überreichte es Pfarrer Tobias Magerl. Voller Freude stimmten die Gottesdienstfeiernden, begleitet von Renate Kienberger an der Orgel, in das Gotteszeller „Mutter-Anna-Lied“ ein.
Die anschließende Pontifikalmesse wurde vom Kirchenchor aus Gotteszell, unterstützt von einem Orchester und Gesangssolisten, und unter der Gesamtleitung von Dr. Ulrich Valta-Seufzer unter anderem mit der Nicolai-Messe in G von Joseph Haydn musikalisch gestaltet.
Pfarrer Alexander Kohl aus Bodenmais brachte als Leihgabe zu diesem besonderen Anlass einen Kelch mit, der sich seit der Auflösung des Gotteszeller Klosters im Besitz der Kirchenstiftung Böbrach befindet und wohl früher dem letzten Abt des Klosters gehörte.
In seiner Predigt erklärte Bischof Voderholzer, dass das Wort „Kirche“ in erster Linie die Menschen bezeichnet, die sich in einer Glaubensgemeinschaft einbringen, erst später wurde das Wort auch für die Gotteshäuser gebräuchlich. Der Bischof lenkte den Blick auf das konkrete Kirchengebäude. In Gotteszell wisse man genau, wo Osten sei, denn das Kirchengebäude sei exakt nach Osten ausgerichtet. „Somit gibt uns die Kirche eine lokale Orientierung, auch im übertragenen Sinn orientiert sie uns“, so der Bischof. Der erste Blick nach dem Betreten eines Kirchengebäudes richte sich meistens auf den Hochaltar. „Hier in Gotteszell vor allem auf die Darstellung der Hl. Mutter Anna und das beeindruckende Asamgemälde“, schwärmte der Prediger. Er freute sich, dass anlässlich des Pontifikalamtes auch die zwölf Apostelkerzen angezündet wurden. „Hier zeigt es sich besonders, dass die Kirche aus lebendigen Steinen besteht“, resümierte der Bischof, „denn die zwölf Apostel waren die ersten Missionare, welche die Frohe Botschaft nach dem Vorbild Jesu verkündet haben“. Dass es jetzt an jedem einzelnen Gläubigen läge, dies auch heute weiterzuführen, erläuterte Voderholzer in seinen abschließenden Worten der Predigt. „Es ist Ihre Aufgabe, auch ganz nach dem Vorbild der Hl. Mutter Anna, den Glauben an ihre Kinder und Enkelkinder weiterzugeben“, ermutigte der Bischof die Kirchengemeinde.
Zum Abschluss der Festmesse segnete der Bischof eine Gedenktafel, die in der Nähe des Kircheneinganges installiert werden soll. Pfarrgemeinderats-Sprecherin Monika Kaiser dankte allen Anwesenden und Mitwirkenden für die Mitfeier dieses besonderen Gottesdienstes. Einen besonderen Dank richtete sie an den Bischof, dass er diese Erhebung zum Münster erst ermöglicht hatte. Die Münstererhebung sei nicht nur ein Fest für die Pfarrei Gotteszell, sondern für die ganzen Pfarreiengemeinschaft Teisnachtal. Viele Angehörige der fünf anderen Pfarreien waren nach Gotteszell gekommen, um diesen Ehrentag mitzufeiern.
Ins benachbarten Pfarrheim waren danach alle Gottesdienstbesucher zu einem Stehempfang eingeladen. Auf Pinnwänden stellten sich die Vereine und Gruppierungen der Pfarrei Gotteszell vor. Die Klosterfreunde Gotteszell hatten eine kleine Ausstellung mit Exponaten aus der Klosterzeit installiert. Der Gast aus Regensburg mischte sich schnell unter die Besucher und führte viele angeregte Gespräche. Der Vorsitzende der Klosterfreunde, Konrad Winkler, überreichte dem Bischof einen Originalabzug eines Kupferstiches vom Kalvarienberg. Voderholzer zeigte großes Interesse am Kalvarienberg und seinem Kreuzweg und möchte in der Fastenzeit zu einer Kreuzwegandacht nach Gotteszell kommen.
Mit einer kleinen Abordnung ging es für den Bischof weiter ins Gasthaus „Klosterkeller“, wo Pfarrer Tobias Magerl dem Bischof ein kleines Präsent überreichte: Eine von Kirchenpfleger Max Kraus gedrechselte Schale, gefüllt mit Spezialitäten der Region. Danach zeigte Bürgermeister Georg Fleischmann dem Bischof die Fortschritte bei der Sanierung des ehemaligen Klostergebäudes in unmittelbarer Nähe des „neuen“ Münsters. Voderholzer war beeindruckt von diesem Bauprojekt. „Diese Münstererhebung erfüllt die ganze Gemeinde, kirchlich wie politisch, mit großem Stolz“, so Fleischmann.
Den feierlichen Abschluss des Tages bildete die gesungene Vesper, das abendliche Stundengebet der Kirche. Regionalkantor Pius Schuhbaum begleite diese an der Orgel und übernahm auch den Kantorendienst. Die Mitglieder des Kirchenchores mischten sich unter das Volk und unterstützten die Gottesdienstbesucher bei den abwechselnden Gesängen. Weil in einer ehemaligen Klosterkirche das Stundengebet einen festen Platz hatte, freute sich der Bischof, dass dieser Festtag mit einer gemeinsamen Vesper beendet wurde. Mit Blick auf die Pfarreiengemeinschaft ermutigte er, dass es gerade bei nicht eucharistischen Gottesdienstformen schön sei, wenn sich mehrere zu einer Gebetsgemeinschaft zusammenschließen. Als Beispiele nannte er Maiandachten und Kreuzwegandachten.
Dieser Festtag zeigte, dass die Erhebung zur Münsterkirche nicht nur eine Anerkennung der Vergangenheit ist, sondern vor allem ein Zeichen für die lebendige Zukunft der Gemeinde und die Bedeutung der Kirche als spirituelles Zentrum. Als Erinnerung an dieses historische Ereignis liegen in der Gotteszeller Kirche Andenkenbilder sowie Kerzen zur Mitnahme bereit.

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12.11.2025
Ein Zeichen des Dankes:
Pfarrei Gotteszell schenkt Pfarrer Tobias Magerl ein neues Messgewand
Die Pfarrgemeinde Gotteszell hat ihrem Pfarrer, Tobias Magerl, als Dankeschön, weil er es ermöglicht hat, dass die Pfarrkirche St. Anna Gotteszell am kommenden Sonntag zum Münster erhoben wird, eine ganz besondere Freude bereitet. Im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes, bei dem bereits der Volkstrauertag begangen wurde und daher das Gotteshaus mit Abordnungen der Vereine und der politischen Gemeinden gut gefüllt war, überreichte PGR-Sprecherin, Monika Kaiser, dem sichtlich gerührten Seelsorger ein neues, kunstvoll gefertigtes Messgewand. Gemeindereferentin Steffi Haimerl ergriff dazu kurz vor dem Schlusssegen plötzlich das Wort, denn diese Überraschung sollte bis zur letzten Sekunde vor dem Geistlichen geheim gehalten werden, was auch geglückt war.Das neue Gewand in der liturgischen Farbe weiß wurde durch verschiedene Spenden finanziert, unter anderem wurde der Erlös der Kirwa verwendet, die beiden politischen Gemeinden Gotteszell und Zachenberg beteiligen sich und die Organisten haben einen Großteil der eingenommenen Spenden des Orgelkonzertes am Erntedanksonntages beigesteuert. Das Messgewand stammt aus der Paramentenstickerei des Klosters Aiterhofen, welche von der gebürtigen Achslacherin, Sr. Bernarda geleitet wird. Die Kasel in traditioneller römischer Bassgeigenform zeigt eine feine, originalgetreue Stickerei der Statue der Kirchenpatronin, der Hl. Mutter Anna, welche im Hochaltar des Gotteshauses zu sehen ist.
Pfarrer Magerl zeigte sich tief bewegt von dieser Geste. „Ich bin selten sprachlos, aber jetzt habt ihr es geschafft“, so der Seelsorger als er sich für diese wirklich schöne Überraschung bei der versammelten Gemeinde bedankte.
Die Idee zu dem Geschenk kam von Ehrenamtlichen aus der Pfarrei. "Wir wissen, wie sehr unser Pfarrer seine Arbeit liebt und mit wie viel Herzblut er für uns da ist", erklärte Monika Kaiser, Sprecherin des Pfarrgemeinderates. "Mit diesem hochwertigen Gewand wollten wir ihm etwas zurückgeben, das ihn bei seiner wichtigsten Aufgabe, der Feier der Heiligen Messe, begleitet."
Das Messgewand wurde bereits vor der Münstererhebung überreicht, damit Pfarrer Magerl es auch gleich zu diesem Anlass tragen kann.
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12.11.2025
Vorfreude steigt Tag für Tag – Gotteszeller Kirche wird am Sonntag zum Münster erhoben
Am kommenden Sonntag ist es endlich soweit; nachdem der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Juni verkündet hatte, dass die Pfarrkirche St. Anna Gotteszell in diesem Jahr zum Münster erhoben werden soll. Die Erhebung einer Kirche zum Münster ist eine besondere Auszeichnung, welche von einem Bischof verliehen werden kann. Der Begriff "Münster" (vom lateinischen „monasterium“) bezeichnete ursprünglich eine Kirche, die zu einem Kloster oder Stift gehörte. Heute wird er oft für bedeutende, herausragende Kirchen verwendet. Daher ist die bevorstehende Erhebung eine große Ehre für die Pfarrgemeinde Gotteszell sowie für die gesamte Region. Ein kleines Vorbereitungsteam rund um Pfarrer Tobias Magerl und PGR-Sprecherin Monika Kaiser haben mit Sorgfalt diesen Ehrentag geplant und würden sich sehr freuen, wenn möglichst viele Gläubige aus der ganzen Region diesen feierlichen Akt in der Gotteszeller Kirche mitfeiern.Gegen 9.30 Uhr wird Bischof Voderholzer in Gotteszell eintreffen und sich im Pfarrheim auf die Messfeier vorbereiten. Der liturgische Dienst sowie die Priester und der Bischof ziehen um 10 Uhr in die Kirche ein. Es wird vorher keinen Kirchenzug der Vereine geben. Die Vereine werden gebeten, ihre Fahnen bereits vor der Messfeier in die Kirche zu bringen. Auf dem hinteren rechten Seitenaltar wird das originale Gnadenbild aufgebaut, welches jahrzehntelang unter Verschluss im Pfarrhof war. Dort spricht Bischof Voderholzer ein feierliches Gebet anlässlich der Münstererhebung, verliest und übergibt das Erhebungsdekret. Anschließend wird die Pontifikalmesse gefeiert. Die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores Gotteszell, unterstützt von Orchester und Gesangssolisten und unter der Leitung von Dr. Ulrich Valta-Seufzer, werden den Gottesdienst mit der Nicolai-Messe in G von Joseph Haydn musikalisch bereichern.
Nach dem Festgottesdienst sind alle Besucher zu einem Stehempfang mit Begegnungsmöglichkeit im Pfarrsaal eingeladen. Mitglieder des Pfarrgemeinderates bereiten kleine Snacks und Getränke dazu vor. Viele Vereine und Gruppierungen aus der Pfarrei Gotteszell stellen sich mit Schaubildern vor und die Klosterfreunde Gotteszell werden sogar eine kleine Ausstellung installieren.
Mit den geladenen Ehrengästen wird im weiteren Verlauf gemeinsam im Klosterkeller zu Mittag gegessen. Nach dieser Stärkung und sofern noch Zeit bleibt, wird Bürgermeister Georg Fleischmann dem Gast aus Regensburg noch Einblicke in das entstehende Bürgerhaus geben.
Den feierlichen Abschluss des Festtages bildet die Pontifikalvesper in der Münsterkirche. Eine Vesper ist ein gesungenes Stundengebet der Kirche. Auch hier wird der Kirchenchor, unterstützt von Regionalkantor Pius Schuhbaum, wieder mitwirken.
Innerhalb der Pfarrei Gotteszell sowie der ganzen Pfarreiengemeinschaft Teisnachtal steigt Tag für Tag die Vorfreude auf dieses historische Ereignis. Das Vorbereitungsteam hat viel Zeit und Mühe in die Planungen investiert und daher wäre es schön, wenn viele Menschen diesen einzigartigen Moment mitfeiern und ihn dadurch zu einem ganz besonderen Erlebnis machen.

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25.09.2025
Bischof verleiht Gotteszeller Kirche den Ehrentitel „Münster“
Steht sie nicht beeindruckend und markant mitten im Ortsbild der Gemeinde Gotteszell, die Pfarr- und ehemalige Klosterkirche?! Gerade wenn man aus Ruhmannsfelden kommend die Hochstraße fährt, sticht der Kirchenbau sofort ins Auge. Die Pfarrei Gotteszell rund um Pfarrer Tobias Magerl, Kirchenpfleger Max Kraus und Pfarrgemeinderatssprecherin Monika Kaiser haben jüngst das geschichtsträchtige Gotteshaus für die Verleihung des bischöflichen Ehrentitels „Münster“ beworben. Anlässlich des Heiligen Jahres, welches alle 25 Jahre vom Vatikan ausgerufen wird und in einem solchen wir uns derzeit befinden, beabsichtigt der Regensburger Bischof, Rudolf Voderholzer, drei Kirchen in seiner Diözese diesen Ehrentitel zu verleihen. Im aktuellen Amtsblatt der Diözese wurde neben dieser Ankündigung auch der Kriterienkatalog, der zu erfüllen ist, bekanntgegeben.Aber was ist überhaupt ein Münster?
„Münster“ ist ein frühdeutsches Lehnwort und leitet sich vom lateinischen „monasterium“ ab. Ursprünglich wurden damit Kirchen bezeichnet, die Teil eines Klosters oder Stifts waren.
Der Bischof bat in seiner Ankündigung um Vorschläge sowie um offizielle und ausführliche Antragstellung des jeweiligen Ortspfarrers. Bereits der erste Gedanke galt hier bei Pfarrer Tobias Magerl der Kirche in Gotteszell und nachdem die Kriterien auch noch allesamt erfüllt werden können, stand fest: Gotteszell soll ein Münster bekommen.
Kurzerhand machte sich der Geistliche an die Arbeit und verfasste, anhand der im Amtsblatt angegeben Kriterien, einen offiziellen Antrag zu Verleihung des Titels „Münster“ für die Pfarr- und ehemalige Klosterkirche St. Anna Gotteszell.
Welche Kriterien müssen erfüllt sein?
Als erstes Kriterium wird genannt, dass die Kirche, welche für die Erhebung zum Münster erwogen wird, in der Geschichte des Ortes, in der sie steht, eine kontinuierlich hohe Bedeutung für das religiöse Leben besitzt und sie soll darüber hinaus auch in der Diözese einen gewissen Bekanntheitsgrad haben. Als Zusatz ist vermerkt, dass ein klösterlicher Ursprung von Vorteil sei.
Allein der Ortsname „Gotteszell“ weist schon darauf hin, dass der Ort auf die Gründung eines Zisterzienserklosters, der „Cella Dei“ im Wald, zurückgeht. Nach der Säkularisation wurde das Gotteshaus Pfarrkirche der Pfarrei Gotteszell. Bis heute ist das gesamte Ortsbild von Kirche und ehemaliger Klosteranlage geprägt. Vor Kurzem feierte der Verein „Klosterfreunde Gotteszell“, der sich besonders dazu beitragt, dass reiche kulturelle und religiöse Erbe des ehemaligen Klosters zu erhalten, sein 10-jähres Bestehen. Seitens der politischen Gemeinde wird derzeit auch ein Teil der alten Klosteranlage saniert und soll dann als ein „Bürgerhaus“ genutzt werden können.
Des Weiteren soll die Kirche architektonisch und künstlerisch von hervorragender Bedeutung sein.
Das Gotteshaus vereint mehrere Baustile, zum einen hat es einen romanischen Grundriss, die äußere Gestaltung sowie die Chorfenster und das Gewölbe sind gotisch und im Innenraum findet sich Barock und Rokoko. Herausragend sind zum einen die Kanzel und die Apostelkapelle, aber vor allem das von Cosmos Damian Asam gestaltete Fresko in der Apsis über dem Mönchschor, welches die Himmelfahrt Mariens zeigt.
Der darunter befindliche Altar und Altarraum entsprechen den liturgischen Normen und sind auch so beschaffen, dass für eine feierliche Liturgie sowie für kleinere Prozessionen ausreichend Raum gegeben ist. Somit ist auch das dritte Kriterium erfüllt.
Mit dem nächsten Punkt kann die Gotteszeller nicht ganz punkten, denn „die Kirche sollte aufgrund des Vorhandenseins von Reliquien, die in der Region verehrt werden, oder ähnlichem, eine gewisse überpfarrliche Bedeutung genießen.
Im Zuge der Säkularisation wurde der ehemals reiche Reliquienschatz größtenteils auf benachbarte Kirchen aufgeteilt oder ist verschwunden. Dagegen wird das Gnadenbild der Hl. Mutter Anna, welches bis heute im Mittelpunkt des Hochaltares erhalten ist, sehr geschätzt und verehrt. Das Annafest, die „Gotteszeller Kirwa“, zieht bis heute viele Besucher aus der ganzen Pfarrei sowie darüber hinaus an.
Die Kirche muss ebenso ein Zentrum des liturgischen und pastoralen Lebens sein, in der vor allem die Eucharistie sowie alle anderen Sakramente gefeiert und „vorbildlich vollzogen“ werden.
Die Pfarrei Gotteszell gehört seit September 2023 offiziell zur Pfarreiengemeinschaft Teisnachtal und diese war zugleich die erste „Großpfarrei“ nach der Pastoralen Planung 2034 der Diözese Regensburg. In einer Pfarreiengemeinschaft mit sechs Pfarreien und derzeit zwei Priestern ist es schwer möglich überall ein gleichwertiges Zentrum zu schaffen, aber dennoch wird jedes Wochenende eine Sonntagsmesse gefeiert und alle für den Ort wichtigen liturgischen Ereignisse, wie Fronleichnam und Festgottesdienste zu Jahrtagen etc., berücksichtigt.
Als letztes Kriterium sollte die beworbene Kirche mit einer großen und wertvollen Orgel ausgestattet sein sowie bei liturgischen Feiern aus dem großen Reichtum der katholischen Kirchenmusik geschöpft werden.
An der Rückwand erhebt sich die große, 1999 erbaute, Jann-Orgel. Das als Konzertorgel konzipierte Instrument und die hervorragende Akustik des Kirchenraumes bietet immer wieder Anlass, dass einige internationale Organisten zu Konzerten in den Bayerwaldort kommen. An den Festtagen sorgt der weit über Grenzen Gotteszells beachtete Kirchenchor für eine hochwertige kirchenmusikalische Gestaltung, ebenso gibt es eine Choralschola sowie ausgezeichnete Organisten, darunter mit Florian Brunner einen deutschlandweit ausgezeichneten Nachwuchsorganisten, welche zur qualitativen Kirchenmusik beitragen.
Neben diesen sechs Voraussetzungen, welche in einer gewissen Analogie zum päpstlichen Titel einer „Basilica minor“ liegen, möchte der Bischof, im Sinne einer ausgewogenen Verteilung von Münsterkirchen in der Diözese und um den Charakter als Auszeichnung zu bewahren, den Titel an eine Kirche verleihen, welche sich nicht in der Nähe eines anderen Münsters oder eben einer solchen Basilika minor befindet. Da sich in der näheren Umgebung keine dieser ausgezeichneten Kirchen befindet, würde Gotteszell mit der bischöflichen Auszeichnung weit hinein in den Bayerischen Wald ausstrahlen können.
Welche Folgen hätte die Verleihung des Titels?
„Die Verleihung des Ehrentitels begründet keine über das Führen des Titels hinausgehenden Rechte und Ansprüche“, so der Regensburger Bischof in seiner Mitteilung. Das heißt konkret, dass auch sogenannte „Münsterkirchen“, insbesondere auf die Gewährung von Zuschüssen und Berücksichtigen in der Personalplanung, nicht minder oder mehr berücksichtigt werden als alle anderen Pfarrkirchen bzw. Pfarreien.
Dennoch „wäre diese bischöfliche Auszeichnung für die Pfarrei und die ganze Pfarreiengemeinschaft eine motivierende Bestärkung weiterhin das reiche historische Erbe in die pastorale Gegenwart hineinzutragen um die „Cella Dei“ auch in Zukunft zu einem Ort des Glaubens und der Gottesbegegnung erstrahlen zu lassen.“, so der Schlusssatz des von Pfarrer Tobias Magerl eingereichten Antrages.
Vor wenigen Tagen meldete sich nun der Diözesanbischof bei Pfarrer Tobias Magerl mit der frohen Botschaft, dass die Gotteszeller Pfarrkirche zum Münster erhoben werden soll. Der Bischof legte auch gleich einen Termin zur offiziellen Erhebung fest und zwar soll diese am Sonntag, den 16. November dieses Jahres stattfinden. Wie genau diese Erhebung ablaufen wird, dazu wird sich der Bischof zu gegebener Zeit bei Pfarrer Magerl melden. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates und der Kirchenverwaltung Gotteszell sowie das Seelsorgeteam freuen sich sehr über diese besondere Auszeichnung für ihre Kirche.


Foto: Steffi Haimerl
Das Woidfilm-Studio aus Grafling/Unterried hat uns folgendes Video zur Verfügung gestellt.
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